Tierarztpraxis Dr. J.-M. Muller Logo

Praxisleistungen

Kastration der Hündin

Endoskopische Kastration im Vergleich zur herkömlichen Operation

Wird ihre Hündin zum ersten Mal läufig, stellt sich ihnen unter Umständen die Frage, Kastration ja oder nein. Wenn sie sich nach eingehender Beratung durch ihren Tierarzt ür eine Kastration entscheiden, werden sie sich vielleicht nach der Operationsmethode erkundigen und sich fragen, ob die Kastration nicht auch endoskopisch (Schlüssellochtechnik) durchgeführt werden kann. Schließlich ist dieses neuartige Verfahren aus der Humanmedizin für seine schonende Durchführung bekannt. Hier nun ein Vergleich beider Operationsmethoden:

Bei der herkömlichen Kastration wird nach der Vorbereitung des Operationsfeldes ein kleiner Bauchschnitt von etwa 4 bis 5 cm Länge gemacht, über den die Eierstöcke und ggf. die Gebärmutter entfernt werden. Anschließend wird die Wunde in mehreren Schichten wieder verschlossen. Um ein Belecken der Wunde zu verhindern, kann es nötig sein, dass ihr Tier einige Tage einen Halskragen tragen muss. Bei uns ist eine sog. Intrakutannaht als äußerer Wundverschluß üblich, d.h. es werden nach etwa 10 Tagen nur 2 Fäden gezogen. Das hat den großen Vorteil, dass die meisten Hunde nicht an der Wunde lecken. Somit entfällt auch in 95% der lästige Halskragen.

Bei der endoskopischen Methode werden 3 Bauchschnitte von jeweils 1-2 cm gemacht, über die das Endoskop und die Operationsbestecke eingeführt werden. Die Vorteile der endoskopischen Kastration werden häufig, ausgehend von Erfahrungen beim Menschen, mit einer schnelleren Rekonvaleszenz, weniger Wundschmerz und als sehr schonendes Verfahren dargestellt. Dazu sollte gesagt werden, dass der personelle und apparative Aufwand um ein Vielfaches höher ist und somit die gesamte Operation auch deutlich kostenintensiver. Mit der endoskopischen Kastration kann außerdem nur eine Ovariotomie, d.h.das Entfernen der Eierstöcke durchgeführt werden. Falls das Entfernen der Gebärmutter aufgrund von struktuellen Veränderungen nötig ist, muß die Endoskopie abgebrochen und anschließend der Bauch durch einen zusätzlichen Schnitt eröffnet werden. Dies ist auch der Fall, wenn größere oder unerwartete Blutungen in der Bauchhöhle auftreten. Dadurch kann unter Umständen wertvolle Zeit verloren gehen. Während der Endoskopie wird ihrem Tier die Bauchhöhle mit Gas gefüllt, dass auf das Zwerchfell drücken und sogar eine Beeinträchtigung der Atmung zur Folge haben kann. Was die schnellere Rekonvaleszenz angeht, so haben unsere Erfahrungen gezeigt, dass die Hündinnen, die nach der herkömlichen Methode operiert werden, in der Regel am nächsten Tag wieder bewegungsfreudig und munter sind. Zudem werden sie auseichend mit Schmerzmitteln versorgt.

Falls sie fragen haben, freuen wir uns sehr, wenn sie uns ansprechen!
 

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