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Wissenswertes

Zahnprobleme bei Heimtieren

Zahnprobleme kommen bei Kaninchen, Meerschweinchen und anderen Heimtieren sehr häufig vor.

Da die Schneide- und bei den meisten Nagern auch die Backenzähne (außer bei Hamstern, Ratten und Mäusen) ein Leben lang wachsen, ist ein gleichmäßiger und kontinuierlicher Zahnabrieb notwendig für ihre Gesundheit. Ist dieser nicht vollständig gegeben, kommt es zu Zahnproblemen, in deren Folge der gesamte Organismus betroffen werden kann.

Ursache für einen ungenügenden Zahnabrieb können angeborene Zahn- und Kieferfehlstellungen sein, traumatisch bedingte Zahnverletzungen nach einem Sturz oder durch ein Hängenbleiben am Käfiggitter sowie nicht artgerechte Ernährung.

Dabei kommt es als Folge des erhöhten Druckes auf die Kaufläche der Backenzähne zu einer Abweichung von der normalen Zahnstellung und es bilden sich scharfe Kanten. Diese Kanten zeigen im Unterkiefer nach innen und können die Zunge verletzen, im Oberkiefer ragen sie nach außen und haben meist Verletzungen und Entzündungen der Backenschleimhaut zur Folge. Ebenso können Zahnwurzeln so geschädigt werden, dass es zu deren Einwachsen in den Tränennasenkanal oder in die Augenhöhle kommt und dort Abszesse entstehen.

Woran können Sie Zahnprobleme bei Ihrem Tier erkennen? Die Tiere nehmen ihre Nahrung langsamer zu sich, häufig kommt es zu Fressunlust, Gewichtsverlust, Änderungen der Kotmenge, Durchfall und vermehrtem Speicheln, welches sich in verklebtem Fell an der Kinnunterseite und an den Vorderpfoten bemerkbar macht. In einigen Fällen können Schwellungen im Mundbereich oder vermehrter, eitriger Augenausfluss entstehen.

Die Behandlung durch den Tierarzt umfasst das Kürzen der Zähne mit entsprechenden Instrumenten wie z.B. einer Trennscheibe bzw. Diamantschleifern. Eine ausgedehnte Zahnkorrektur der Backenzähne ist oftmals nur in Narkose möglich, ebenso das Anfertigen von Röntgenaufnahmen des Kopfbereichs. Bei einer massiven Zahnfehlstellung der Schneidezähne sollte auch deren vollständige Entfernung erwogen werden.

Vorbeugend am wichtigsten ist die artgerechte Ernährung Ihres Tieres. Zu einer ausgewogenen Nahrung gehört ein hoher Rohfasergehalt, der durch frei zur Verfügung gestelltes Heu gewährleistet ist. Wird zusätzlich Fertigfutter angeboten, so sollte dieses einen Rohfasergehalt von 16% nicht unterschreiten. Außerdem ist auf eine ausreichende Kalziumzufuhr zu achten, die über Frischfutter abgedeckt werden kann. Zum Abrieb der Schneidezähne empfiehlt sich natürliches benagbares Material, z.B. Äste von Obstbäumen.